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Die Mieter stehen um das E-Auto drumherum während es lädt

Wir für die Region

Sauber durch die Siedlung

Mietergemeinschaften in Bochum, Hagen und Duisburg probieren die Mobilität der Zukunft aus und fahren ein Jahr lang Elektroautos – kostenlos. Das ermöglicht VIVAWEST. Die Fahrer haben damit die Möglichkeit, die Umwelt zu schützen und gleichzeitig zu sparen. Bedingung: Sie müssen die Nutzung des Fahrzeugs untereinander selbst organisieren. Aber das klappt reibungslos.

In Bochum-Linden hatte Iris Brockmann den Anstoß gegeben. Sie hatte ihr eigenes Auto kürzlich abgeschafft. Aus ökologischen Gründen, wie sie sagt, war sie immer mehr aufs Fahrrad und auf öffentliche Verkehrsmittel umgestiegen. Die „Lücke“, die dann noch blieb, etwa für Einkaufsfahrten, wollte sie per Car-Sharing schließen. Da las sie den VIVAWEST-Aufruf an Mietergruppen, sich am Projekt RUHRAUTOe zu beteiligen. Fünf Mitstreiter fand sie nach einigen Gesprächen in der Nachbarschaft. Im August wurde der fabrikneue weiße Nissan Leaf an die Test-Gruppe übergeben. Für Mieterin Sabine Altmicks war es in erster Linie „eine technische Umstellung“, wie sie sagt. „Ich bin bis jetzt immer in Autos mit Schaltgetriebe unterwegs gewesen, aber man gewöhnt sich schnell daran.“ Das E-Auto sei „sehr gut zu fahren“, findet auch ihr Sohn Rafael, der den Stromer ebenfalls nutzt. Bedenken, irgendwo auf der Strecke mit leerer Batterie stehen zu bleiben, haben die Altmicks nicht. Allerdings führte ihre bisher weiteste Tour von Bochum-Linden nur bis in die Nachbarstadt Herne. Iris Brockmann

ist bis nach Lüdenscheid gefahren(ca. 65 Kilometer). Tabea Erwin und Borris Wagenknecht waren schon im niederrheinischen Xanten für eine Tagestour. „Ein Abenteuer“, wie sie heute noch sagen. Die angezeigte Reichweite ging recht schnell zurück. „Wir sind am Ende nur noch

konstant 90 km/h gefahren“, sagt Borris Wagenknecht. Sie schafften es, aber der Zähler stand auf „Null“. Über Nacht wurde der Nissan dann an der Steckdose von Verwandten wieder aufgeladen. Jana Siegels aus Hagen ging noch einen Schritt weiter: Sie machte schon bald nach dem Start des Projekts einen Wochenendausflug ans Ijsselmeer – und ist damit bisher „Rekordhalterin“ unter den Elektropiloten von VIVAWEST. Immerhin 260 Kilometer waren das, die sie mit drei „Boxenstopps“ schaffte. Sie hatte sich vorher informiert, wo Schnellladestationen an der Strecke sind. „In dieser Beziehung ist Holland vorbildlich ausgebaut“, sagt Mieterin Siegels. Sogar einen Tagesausflug nach Amsterdam wagte sie. Dort

lud sie die Batterie im Parkhaus des Fußballclubs Ajax auf.

„Da standen gleich zehn Ladesäulen nebeneinander“, erzählt Jana Siegels begeistert. Auch ihr Sohn Jan Paul fährt regelmäßig elektrisch; vor allem, um ins Fitness-Studio zu kommen oder eine Tour mit seinen Freunden zu machen; was die natürlich „cool“ finden. Die Beiden teilen sich den Wagen mit Familie Katke, die im gleichen Haus in der Hagener Böhlerheide lebt. Hier ist vor allem Vater Holger ein häufiger Nutzer des Nissans. Er hatte sich schon ein E-Bike zugelegt und ist gegenüber technischen Neuerungen aufgeschlossen, sagt er. Es waren gerade diese unterschiedlichen Motivationen und Zugänge zum Thema „Elektromobilität“, nach denen VIVAWEST die Mieterteams auswählte. Auch vom Alter her sollten die Gruppen gemischt sein. Ganz ging dieser Plan nicht auf. Die Altersspanne geht jetzt von 18 bis 50 Jahren; Senioren ließen sich nicht so leicht begeistern. „Es ist offenbar verstärkt ein Thema für 30-jährige, technikbegeisterte Männer“, scherzt Dörthe Hoffmann, die bei VIVAWEST das Projekt betreut.

In der VIVAWEST-Siedlung Neuenkamp in Duisburg hatte sich Petra Backhaus für die Idee eines gemeinsamen E-Autos stark gemacht. „Wir nutzen das Auto überwiegend für Stadtfahrten und Besorgungen um die Ecke“, sagt sie. Umstellungsschwierigkeiten gab es keine. Die Duisburger schätzen den wirtschaftlichen Vorteil. Neun Leute gehören zur „e-Auto-Gemeinschaft“. Trotzdem gibt es keinen Streit um den kleinen Stromflitzer.

„Wer den Wagen kurzfristig haben möchte, meldet sich einfach bei mir. Das klappt meistens reibungslos“, so Mieterin Petra Backhaus. In Hagen haben die Mieter eine WhatsApp-Gruppe gegründet, in der jeder seine Fahrwünsche anmeldet. Auch die Bochumer Gruppe überlässt nichts dem Zufall. Zur Abstimmung der Wünsche hängt im Keller ein DIN-A 4 großes Kalenderblatt, auf dem jeder der sechs Teilnehmer seine Wünsche für die kommenden Tage und Wochen einträgt. Es fällt auf: Am Wochenende sind die Lücken größer als montags bis freitags. Gleich daneben hängt ein kleiner Kasten mit Zahlenschloss. Darin verbirgt sich der Autoschlüssel.

Wissenschaftlich begleitet die Universität Duisburg-Essen (Lehrstuhl für Mechatronik) das Projekt. Via Datenlogger wird die Nutzungsweise analysiert; ebenso die Ladezyklen, aber auch der Fahrstil der Nutzer. Borris Wagenknecht, zum Beispiel, bevorzugt eine zügige Fahrweise –wohlwissend, dass diese „Strom“ frisst und damit die Reichweite verkürzt; ebenso wie Klimaanlage, Navigationssystem oder die Lenkrad- Heizung. Ganz anders seine Nachbarin Iris Brockmann, die Spaß daran hat, möglichst wenig zu verbrauchen. Sie demonstriert gleich den Unterschied: Während einer Probefahrt bewegt sie den rechten Daumen auf eine kleine Taste am Lenkrad, warnt den Beifahrer aber vorsichtshalber: „Achtung, ich nehme jetzt mal den Ökospar-Modus raus.“ Ein sanfter Druck … und der Wagen macht beinahe einen Satz nach vorne. Gleichzeitig geht die angezeigte Kilometer-Reichweite im Armaturen-Display auf einen Schlag runter: von 170 auf 160 Kilometer. Was die Teilnehmer freut: Der Wagen wird ihnen kostenlos zur Verfügung gestellt, und auch für den Strom zahlen sie keinen Euro. Die Ladesäulen ließ VIVAWEST installieren. Die einjährigen Leasingverträge werden zu 40 Prozent gefördert durch das Bundesverkehrsministerium.

Die Mieteraktion ist Teil des Projekts RUHRAUTOe. Nicht nur für die Autofahrer, auch für die Wohnungsgesellschaft ist das Projekt ein Test. „Wir wollen herausfinden, ob wir etwas außerhalb gelegene Standorte mit einem solchen Zusatzangebot attraktiver machen können“, erklärt Dörthe Hoffmann. Es könnte Siedlungen aufwerten, die schlecht an das Bus- und Bahnnetz angebunden sind. Die Reaktionen der Nachbarn empfinden die VIVAWEST-Testpiloten in den ersten Wochen als freundlich und wohlwollend. Vor allem Fußgänger guckten immer noch verdutzt, hat Borris Wagenknecht festgestellt. „Weil der Wagen völlig geräuschlos an ihnen vorbeifährt.“ Nur eines ärgert die elektromobilen Mieter in Hagen, Duisburg und Bochum gleichermaßen: Wenn Benziner den Parkplatz an „ihrer“ Ladestation blockieren. In Hagen heften sie dann gleiche Zettelchen an die Windschutzscheibe der „Parksünder“. Petra Backhaus aus Duisburg hat schon erlebt, dass ihr Stromer an der Ladestation von anderen Autos regelrecht zugeparkt wurde. Unter dem Strich sind sich aber alle einig: Die lautlosen Flitzer sind regelrechte „Spaßautos“. Jana Siegels: „Man kommt einfach entspannter an.“

Die Mieter stehen um das E-Auto drumherum während es lädt
Mieter posieren neben einer E-Ladesäule für das Elektroauto das neben ihnen steht
Ein Kind steckt das eine Ende des Ladekabels in das E-Auto
Die Mieter stehen um das E-Auto drumherum während es lädt Mieter posieren neben einer E-Ladesäule für das Elektroauto das neben ihnen steht Ein Kind steckt das eine Ende des Ladekabels in das E-Auto

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