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Zündende Ideen für ein Modellquartier Integration

Wie lassen sich gute Nachbarschaften und eine gelungene Integration in Quartieren bewirken? Welchen Beitrag können eine aktive Quartiers- und Flächenentwicklung leisten? Diesen fundamentalen Fragen gehen die beiden Gesellschaften VIVAWEST und RAG Montan Immobilien mit ihrem langfristig angelegten Projekt „Glückauf Nachbarn – Modellquartier Integration“ nach.

Integration ist eine der großen gesellschaftspolitischen Herausforderungen. Dabei geht es keinesfalls  nur um die aktuelle Zuwanderung von Flüchtlingen und die Migration. Vielmehr stellt sich generell die Frage, wie der Zusammenhalt von Bewohnern verschiedener Altersgruppen, unterschiedlicher Bildung, Religionen oder sozialer Herkunft sowie von Menschen ohne und mit Behinderung gefördert werden kann. VIVAWEST und RAG Montan Immobilien wollen mit ihrer Initiative einen Beitrag dazu leisten, wie aktive Quartiers- und Flächenentwicklung zur Integration beitragen können.

Als Basis für die Entwicklung der Modellquartiere bringen VIVAWEST das Quartier Duisburg Vierlinden – mit 2300 Wohneinheiten das größte Quartier im Bestand des Wohnungsunternehmens – und RAG Montan Immobilien die ehemalige Bergwerksfläche Friedrich-Heinrich in Kamp-Lintfort in das Projekt ein. Die Ideen sollen übertragbar sein und damit Modellcharakter bekommen für viele Quartiere in Ballungsräumen und dürften damit von großem Interesse für Wohnungsunternehmen und Kommunen in ganz Deutschland sein.

Zum Start des Projektes hatten Wissenschaftler unterschiedlicher Disziplinen in einer „Denkfabrik“ Thesen dafür entwickelt, wie Integration gelingen kann. Diese Thesen wurden zur Grundlage für die folgende Werkstattphase gemacht, in der vier internationale und interdisziplinäre Planungsteams aus Architekten, Stadtplanern und Soziologen konkrete Vorschläge für die beiden Quartiere erarbeiteten. Kernfragen waren: Was sind Grundvoraussetzungen für gelungene Integration, welche Elemente müssen dafür im Quartier geschaffen werden und was sind notwendige Angebote? Für den öffentlichen Raum sollten Wege aufgezeigt werden, wie Integration begünstigt wird und die Teilnahme aller Menschen zum Beispiel durch Barrierefreiheit sichergestellt werden kann.

„Der Prozess des Projektes ,Glückauf Nachbarn´ stellt etwas ganz Besonderes dar: Wir verbinden hier eine theoretische Thesenentwicklung mit dem konkreten Planen. Das ist ein einmaliges Experiment. Ich kenne auch international keinen anderen Prozess, der eine solche Allianz aus Expertenwissen und planerischer Konzeption verfolgt“, sagt Prof. Christa Reicher, Leiterin des Fachgebiets Städtebau, Stadtgestaltung und Bauleitplanung der TU Dortmund. Prof. Reicher begleitet das Projekt eng und gehörte auch der vorgeschalteten „Denkfabrik“ an. Zudem seien in der Planungsphase mit Duisburg Vierlinden und Friedrich-Heinrich in Kamp-Lintfort zwei sehr unterschiedliche Quartiere mit eigenen Herausforderungen betrachtet worden, die repräsentativ für viele Quartiere im Ruhrgebiet seien. „Wir wollen prozesshaft zeigen, wie man bestimmte Themen angehen kann und welche Managementansätze es gibt, die sich auch umsetzen und auf andere Quartiere übertragen lassen“, so Prof. Reicher.

Beteiligung der Bewohner

Begonnen hatte die konkrete Arbeit an den Modellen mit einer zweitägigen „Live-Werkstatt“, in der die Planungsteams sich mit Vertretern von VIVAWEST und RAG Montan Immobilien, den Experten der Denkfabrik aber auch mit Vertretern der beiden Städte zu den Aspekten Wohnen, Bildung, Freizeit, Nahversorgung und lokale Ökonomie austauschen konnten. Auch die Bewohner der Quartiere wurden in die Diskussion einbezogen.

Vorgestellt wurden von den vier Teams ein großer Strauß visionärer Ideen, aber auch sehr praktische Vorschläge für die Weiterentwicklung der Quartiere. An vielen Stellen schwebt den Planern eine Aufhebung der klassischen Trennung von Wohnen und Arbeiten vor. Kleinere Gewerbe sollen stärker als bisher in den Wohnbereich integriert werden.

Vorschläge für Duisburg Vierlinden

Das Wiener Team raum&kommunikation stellte die Modellentwicklung für das Duisburger Quartier unter das Motto „Kosmos Vierlinden“ – die „Gemeinschaft aus der Grube“ soll auf Basis der Bergarbeiter-Geschichte der Siedlung eine neue Identität entwickeln. Ein durchmischtes Wohnangebot, eine vielfältige Schulinfrastruktur, preiswerte, wohngebietsbezogene Dienstleistungen und Angebote sind Voraussetzungen des Modells. Das Quartier soll auch ein Ort für die Freizeit sein. Die Bewohner müssen ihre Ziele in der Siedlung über kurze Wege erreichen. Weiter soll öffentlicher Raum vielfältig nutzbar sein und ein Stadtteilmanagement die Quartiersentwicklung koordinieren. Zusätzlich schlägt das Team kleinteilige Begegnungszonen als Stätten der Nachbarschaften vor, aber auch „Experimentier-Räume“ und Orte des Austauschs und des Kennenlernens. Zu den Ideen gehört der Neubau von barrierefreien Wohnungstypen für Senioren-Wohngemeinschaften, die Errichtung eines Stadtteilzentrums inklusive Gesundheitswesen, eines Cafés und einer Gemeinschaftsküche. Weiter gehören die Entwicklung von Mietergärten und Gemeinschaftsflächen und ein „Kosmos-Platz“ als Spiel- und Begegnungsbereich für die Nachbarschaft zum Konzept.

Die Arbeit des Planungsteams Teleinternetcafe aus Berlin für Vierlinden steht unter dem Motto „aufMischen“ und arbeitet die Bedeutung von Vernetzung und Mobilität für Integration und einen vielfältigen Ort des Zusammenlebens heraus. So soll ein „grünes Netz“ gewoben werden, indem kleine grüne „Restflächen“ und Zwischenräume verbunden werden. Wege sollen „alltagstauglicher“ werden, etwa durch „Mobilitätsstationen“ für Fahrräder, E-Rollatoren und E-Mobile. Vorgeschlagen werden eine stärkere Mischung von Wohnen und Arbeiten wie auch mehr gemeinschaftliche Wohnformen. Eine nicht mehr genutzte Schule im Viertel könnte Platz bieten für Gemeinschaftsbüros, kleine Ausbildungswerkstätten und flexibel einteilbare Gewerberäume. Des Weiteren sollen Höfe geschaffen werden für ein kulturelles Angebot, „Ideenläden“ oder eine Bibliothek, ein Werkhof mit Werkstätten, Recycling-Café und Ateliers oder ein Freizeithof mit Jugendtreff und Tanzstudio. Laubengänge an den Häusern sieht das Team ebenso als Möglichkeit, privaten Freiraum zu schaffen wie Terrassen oder Dachgärten.

„Wir haben umfassende Modelle und viele gute Anregungen erhalten, die uns einen Werkzeugkasten für die Quartiersentwicklung nicht allein in Duisburg Vierlinden, sondern auch darüber hinaus bieten. Dabei haben die Planungsteams die Stärken und Potenziale des Quartiers für mehr Lebensqualität und Zusammenhalt genutzt und neue Ideen für die Gestaltung von modernen, lebenswerten Quartieren entwickelt. Das hat uns an den Konzepten sehr beeindruckt“, so VIVAWEST-Geschäftsführerin Claudia Goldenbeld. Gesellschaftlicher Zusammenhalt und die Nutzung öffentlicher Räume, das  Zusammenwirken von Wohnen und Arbeit - „dazu haben uns die Expertenteams  viele Ideen präsentiert, die weit über das hinausgehen, was wir normalerweise bei einer Baumaßnahme umsetzen können“, sagt VIVAWEST-Geschäftsführer Ralf  Giesen. Es sei den Planungsteams gelungen, konkrete aber auch auf andere Quartiere übertragbare Lösungsvorschläge zu entwickeln.

Vorschläge für Kamp-Lintfort

Das Team De Zwarte Hond aus den Niederlanden stellte seine Arbeit für die Entwicklung der Fläche Friedrich-Heinrich in Kamp-Lintfort unter den Begriff „Open City“. Open wurde dabei als Freiheit für neue Ideen und Identitäten definiert. Integration soll über größere Freiräume, Bildung und Arbeit erreicht werden. Den Planern schwebt vor, Wohnen und Arbeiten nicht wie gewohnt zu trennen, sondern stärker zu verbinden. Praktisch soll das auf einer Fläche möglich sein mit kleinem Gewerbe in diversen Innenhöfen. Vorgeschlagen wird der Umbau von Parkplätzen. Der „multifunktionale Dorfplatz“ bietet viele Möglichkeiten. Er ist flexibel als Abstellplatz für Autos zu nutzen, dient temporär aber ebenso als Sportplatz oder Marktplatz. Die Landesgartenschau in Kamp-Lintfort 2020 kann aus Sicht von De Zwarte Hond der „Dünger für die Entwicklung des Quartiers“ sein und starke Impulse geben.

Das dänische Planungsteam Schulze + Grassov schließlich stellte seine Vorschläge unter den Titel „die Buntkaue“. Der aus dem Bergmannsleben bekannte Kauekorb, mit farbigen Gewächsen bepflanzt, soll ein Identität stiftendes Symbol sein. Für das Quartier schwebt den Experten unter dem Motto „Wohnen in der Gemeinschaft“ die Bildung von Wohngemeinschaften vor, verflochten mit einem Netzwerk von Aufenthaltsorten. Ebenerdige eingeschossige Wohnbauten im modularen Leichtbau sind eng verbunden mit therapeutischen oder freien Wohngemeinschaften mit geteilten Aufenthaltsräumen und Küchen. Zwei Wohngemeinschaftsgebäude bekommen die Funktionen eines Nachbarschaftszentrums. Ein barrierefreier Fußweg soll alle Räume in der Quartiersmitte verbinden und damit eine Begegnungszone schaffen. Fuß- und Radwege durch das Quartier sollen kreuzungsfrei sein.

 „Wir wollen mit ‚Glückauf Nachbarn‘ Impulse für die Entwicklung von Quartieren weit über das Ruhrgebiet hinaus geben. In den Bergbauregionen haben wir jahrzehntelange Erfahrung mit Integration gesammelt. Die wollen wir in die künftige Entwicklung von Wohnquartieren einbringen und dieses Wissen weitergeben“, so Peter Schrimpf, Vorstand der RAG Aktiengesellschaft, die das Projekt mit initiiert hat.  

Mit dem Projekt „Glückauf Nachbarn – Modellquartier Integration“ wollen die Initiatoren auch eine Debatte darüber anstoßen, wie man Quartiere neu und integriert denken kann – nicht nur was das Bauen, sondern auch das Quartiersmanagement und das Miteinander von Menschen angeht. In einem nächsten Schritt werden die Ergebnisse der Planungsteams von den Unternehmen dahingehend analysiert, ob und welche Vorschläge aus der Modellentwicklung konkret umsetzbar sein könnten.

Eine Frau erklärt einem Publikum etwas durch ein Mikrofon
Geschäftsführerin Claudia Goldenbeld hält einen Vortrag
Geschäftsführer Ralf Giesen hält einen Vortrag
Der Geschäftsführer der VIVAWEST und weitere Männer hören einem Vortrag zu
Ein Frau trägt etwas einem Publikum vor
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Ein Mann hält einen Vortrag und erklärt dabei eine Grafik
Eine Mindmap mit Ergebnissen in bunten Farben
Eine Frau erklärt einem Publikum etwas durch ein Mikrofon Geschäftsführerin Claudia Goldenbeld hält einen Vortrag Geschäftsführer Ralf Giesen hält einen Vortrag Der Geschäftsführer der VIVAWEST und weitere Männer hören einem Vortrag zu Ein Frau trägt etwas einem Publikum vor Eine Frau hält einen Vortrag Ein Mann hält einen Vortrag Ein Mann hält einen Vortrag und erklärt dabei eine Grafik Eine Mindmap mit Ergebnissen in bunten Farben

Die Experten:

Stadt- und Quartiersentwicklung:

Prof. Dipl.-Ing. Christa Reicher, Leiterin des Fachgebietes Städtebau, Stadtgestaltung und Bauleitplanung der TU Dortmund

Soziologie:

Prof. Dr. Rolf G. Heinze, Inhaber des Lehrstuhls für allgemeine Soziologie, Arbeit und Wirtschaft der Ruhr-Universität Bochum

Bildung:

Prof. Dr. Veronika Fischer, Professorin für Erziehungswissen an der Hochschule Düsseldorf 

Lokale Ökonomie:

Dr. Stefan Gärtner, Direktor des Forschungsschwerpunkts Raumkapital am Institut Arbeit und Technik in Gelsenkirchen 

Integration:

Serap Güler, Sprecherin des Integrationsausschusses des Landtags von Nordrhein-Westfalen

Flüchtlingsthematik:

Birgit Naujoks, Geschäftsführerin des Flüchtlingsrats  Nordrhein-Westfalen e.V.   

Die Planungsbüros

raum & kommunikation, Wien

Teleinternetcafe, Berlin

De Zwarte Hond, Niederlassung Köln 

Schulze+Grassov, Frederiksberg

Eingebettet ist das Projekt in das Programm „Glückauf Zukunft!“. Damit wollen die RAG-Stiftung, die Bergbaugesellschaft RAG und die Evonik Industries AG zusammen mit der Gewerkschaft IG BCE Impulse für die Weiterentwicklung für die Region nach dem Ende des Steinkohlenbergbaus setzen.

Weitere Themen

Meine vier Wände

Visitenkarte der Wohnung

Wir für die Region

VIVAWEST auf der EXPO REAL 2019