Eine Frau mit kurzen blonden Haaren und einer Brille sitzt auf einem Holzelement. Sie lächelt in die Kamera. Sie trägt eine weiße Bluse, einen dunkelgrünen Blazer und eine dunkelblaue Hose

Drei Fragen an die Vorsitzende des Aufsichtsrates von VIVAWEST

Bärbel Bergerhoff-Wodopia begleitet VIVAWEST seit ihrem Bestehen, zunächst als Mitglied des Aufsichtsrates und seit 2019 als Vorsitzende des Aufsichtsrates. 

Im Jahr 2025 konnte VIVAWEST die finanziellen Erwartungen deutlich übertreffen. Was waren die ausschlaggebenden Gründe für diese positive Entwicklung?

Bärbel Bergerhoff-Wodopia: An erster Stelle ist hier das Bestandsmanagement zu nennen, dem es gelungen ist, die Erträge aus dem Vermietungsgeschäft durch eine gute Vermietungsleistung deutlich zu erhöhen. Die nachfragebedingte Leerstandsquote lag mit unter einem Prozent auf einem historisch niedrigen Niveau. Dies ist natürlich auch der anhaltend hohen Nachfrage nach Wohnungen in Deutschland geschuldet.
Einen großen Anteil an den gestiegenen Mieteinnahmen hat auch das hohe Investitionsniveau.

Allein die technischen Ausgaben für Instandhaltung und Modernisierung des Immobilienbestandes lagen mit rund 50 Euro pro Quadratmeter erneut über dem Vorjahreswert. Mit einem Volumen von rund 350 Millionen Euro konnten zudem die Neubauinvestitionen im Jahr 2025 gegenüber dem Vorjahr deutlich gesteigert werden. Im abgelaufenen Jahr wurden über 500 hochwertige Neubauwohnungen in die Vermietung gegeben, weitere rund 2.200 Wohnungen befinden sich aktuell im Bau.
 
Auch die Dienstleistungsunternehmen haben im vergangenen Jahr wieder zu dem guten Gesamtergebnis beigetragen.

Das wirtschaftliche Umfeld für Wohnungsunternehmen ist derzeit durch die anhaltend hohen Zinsen geprägt. Welchen Einfluss hat dies auf die Investitionsentscheidungen von VIVAWEST? 

Wir leben in unruhigen Zeiten. Der Wegfall billiger Energie aus Russland, die erratische Zollpolitik des amerikanischen Präsidenten und die immer stärker werdende Konkurrenz aus China stellen die Geschäftsmodelle deutscher Unternehmen zunehmend infrage. Hinzu kommen die vielen geopolitischen Spannungen sowie der nach wie vor andauernde Krieg in der Ukraine. Wir müssen uns darauf einstellen, dass wir noch länger mit diesen Unsicherheiten leben müssen.

Für die Wohnungsbranche bedeutet dies, dass weder mit einer Rückkehr zur Niedrigzinspolitik noch mit einer erheblichen Ausweitung der Förderung des Wohnungsbaus zu rechnen ist. Der Wohnungsmarkt ist zwar weiterhin durch eine hohe Nachfrage und gleichzeitig geringe Neubautätigkeit gekennzeichnet, dennoch werden die Bedingungen für Investitionen herausfordernd bleiben.

Mir ist es wichtig, dass das nachhaltige Geschäftsmodell von VIVAWEST fortgeführt wird und der klimaneutrale Umbau des Wohnungsbestands weiter voranschreitet, auch wenn der Spielraum für Investitionen kleiner wird. Die Elektrifizierung der Wärmeversorgung wurde bereits im Jahr 2021 mit der Klimaschutzstrategie eingeleitet. Seit Anfang 2026 werden Mieter von VIVAWEST sukzessive mit selbst erzeugtem, grünem Strom beliefert.

Der Anspruch von VIVAWEST ist es, ein starker Partner der Region zu sein. Was bedeutet das konkret?

VIVAWEST verfolgt das Ziel, den Mietern ein gutes Zuhause in attraktiven und lebenswerten Wohnquartieren zu bieten. Dazu gehören neben dem Angebot von gutem Wohnraum auch ein attraktives Wohnumfeld und eine Infrastruktur, die kurze Wege ermöglicht. Quartiere in diesem ganzheitlichen Verständnis zu entwickeln, erfordert den konstruktiven Austausch und die verlässliche Zusammenarbeit mit Politik und Verwaltung.
 
Im Rahmen von lokalen Kooperationen mit Partnern aus den Bereichen Soziales, Kultur und Sport fördert die Vivawest-Stiftung zudem das Miteinander und die Nachbarschaften in den Quartieren. In den Projekten tragen über 300 Ehrenamtliche mit dazu bei, dass die Quartiere von VIVAWEST lebenswert bleiben.

       

        

Auf den Punkt gebracht


Mein Dank gilt …
… der Führungsmannschaft und der Belegschaft für die geleistete Arbeit und das erneut hervorragende Jahresergebnis. Besonders bedanken möchte ich mich bei Uwe Eichner, der im letzten Jahr als Vorsitzender der Geschäftsführung aus dem Unternehmen ausgeschieden ist und sich in den Ruhestand verabschiedet hat. Unter seiner Führung hat VIVAWEST in fünf ereignisreichen und wirtschaftlich schwierigen Zeiten konsequent ihre Ziele verfolgt und sich erfolgreich weiterentwickelt. 


Für die Zukunft wünsche ich mir, …
… dass VIVAWEST die gesellschaftlichen Veränderungen aufgreift und für die Mieter die erste Adresse für gutes Wohnen bleibt. Ich bin mir sicher, dass es der neuen Geschäftsführung unter dem Vorsitz von Sandra Wehrmann gelingen wird, die Erfolgsgeschichte von VIVAWEST fortzuschreiben.

Ich wünsche Ihnen eine interessante Lektüre.

Foto: Robert Hörnig