Mehrfamilienhaus von oben. Auf dem Dach befinden sich Photovoltaik-Anlagen

Energie fürs Quartier: Mieterstrom vom Dach

Seit Anfang 2026 bietet VIVAWEST zusammen mit einhundert Energie Mieterstrom zu attraktiven Konditionen an. Das Modell ist Teil der Klimaschutzstrategie und hat gleich mehrere Vorteile – grüner und günstiger Strom für die Mieter sowie die Wärmepumpen.

Was lange währt, wird endlich gut: Seit Januar 2026 können VIVAWEST-Mieter Solarstrom beziehen, der auf den Dächern der Wohngebäude erzeugt wird. Die Belieferung und der Kundenservice laufen über den Partner einhundert Energie. Nach intensiver Vorbereitung konnten die Verträge Ende 2025 unterzeichnet werden.

„Das Modell senkt die Kosten für Mieter, nutzt lokal erzeugte Energie und macht damit unsere Gebäude unabhängiger von fossilen Quellen. So entsteht eine langfristige, klimafreundliche Strom- beziehungsweise Wärmeversorgung“, sagt Dr. Rainer Fuchs, Bereichsleiter Strategie bei VIVAWEST. Die Preisersparnis liege im Vergleich zum Grundversorger deutlich über den gesetzlich geforderten zehn Prozent und die Tarife seien so gestaltet, dass sie viele Haushalte entlasten können.
 

Weitere Perspektiven zu diesem Thema: Energie fürs Quartier: Klimaneutralität als ambitioniertes Ziel

Modell ist Teil der Klimaschutzstrategie

Der Grundstein für das Mieterstrommodell wurde bereits 2021 gelegt: Mit der Klimaschutzstrategie stieß VIVAWEST mit dem konsequenten Einbau von Wärmepumpen in Kombination mit Photovoltaik die Umstellung der Strom- und Wärmeversorgung auf eine regenerative Versorgung in den Bestandsgebäuden an. Entscheidend dabei ist, dass der Solarstrom von den Dächern konsequent im Objekt genutzt wird: als Mieterstrom für Haushalte und als grüne Energiequelle für den Betrieb der Wärmepumpen.

Damit das gelingt, braucht es ein rechtssicheres Modell. „Die Vorgaben rund um das Thema Mieterstrom sind komplex und wurden zuletzt mehrfach angepasst. Deshalb mussten wir Prozesse und Verträge nachschärfen. Zudem haben die Krisen der vergangenen Jahre die Rahmenbedingungen am Energiemarkt verändert. Das hat die Umsetzung deutlich verlängert“, so Dr. Fuchs. Erschwerend kam hinzu, dass Mieterstrom an klare Spielregeln gebunden ist – etwa Vorgaben zum Preisabstand, zu Mess- und Abrechnungsprozessen sowie zur Abstimmung mit Netzbetreibern.
 

40.000 Mieter können profitieren

Für die Umsetzung setzt VIVAWEST auf ein Lieferkettenmodell mit klaren Rollen: Das Wohnungsunternehmen plant und installiert die PV-Anlagen, VIVAWEST Energiedienstleistungen finanziert und betreibt sie. Der Partner einhundert Energie übernimmt Messstellenbetrieb und Netzabstimmung, organisiert die Versorgung der Wärmepumpen mit Solarstrom aus den Anlagen und verantwortet darüber hinaus die Stromlieferung und den Kundenservice als zentraler Ansprechpartner für alle Mieter, die den Strom nutzen wollen. 

Auf dem Weg zu einer klimaneutralen Versorgung (Heizung, Warmwasser und Allgemeinstrom) des Gebäudebestandes soll das Angebot nun schrittweise ausgebaut werden. Perspektivisch soll der Bestand auf rund 8.000 PV-Anlagen wachsen, mit einer Leistung von rund 140 Megawattpeak (MWp). Damit können gemeinsam mit einhundert Energie künftig rund 40.000 Mieter mit Strom von den eigenen Dächern versorgt werden. 
 

       

        

Fotos: Dirk Bannert | Illustration: DAQ/2Agenten