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So geht Klima- und Artenschutz in den VIVAWEST-Quartieren

Rund 11.8 Millionen Quadratmeter Pflegeflächen im Wohnumfeld von VIVAWEST bieten ein enormes Potenzial, um die Biodiversität zu erhöhen. Im Rahmen der Entwicklung des Wohnumfelds gewinnt bei VIVAWEST die ökologische Ausrichtung der Bepflanzung eine immer größere Bedeutung. In einem ersten Pilotprojekt in der Böhmerwaldsiedlung sind Anpflanzungen durchgeführt und auch natürliche Entwicklungen zugelassen worden, um hier die Biodiversität der Vegetation und ihrer tierischen Bewohner zu fördern.

Wildpflanzen haben es hierzulande schwer: Die meisten natürlichen Verbreitungsgebiete sind durch eine fortschreitende Bebauung reduziert worden. Auch in der Wohnumfeldgestaltung haben meistens Kulturpflanzen ihren Platz eingenommen. Des Weiteren werden durch eine Bewirtschaftung in Form einer intensiven Pflege u.U. natürliche Funktionen der Pflanzen (z.B. Blühaspekte und Samenverbreitung) unterdrückt. Auch eine Durchmischung verschiedener Arten ist oft nicht gewünscht. Dadurch bedingt können sich an den Standorten weniger Biozönosen, d.h. Lebensgemeinschaften von Organismen verschiedener Tier-, Pflanzen- und Pilzarten, entwickeln.  Damit einher geht eine sinkende Artenvielfalt. Wildbienen, Vögeln, Schmetterlingen, Heuschrecken und Nützlingen fehlt der natürliche Lebensraum. Der Klimawandel droht, den Artenrückgang noch zu beschleunigen.

Ökologische Verantwortung übernehmen

Im Rahmen des nachhaltigen Geschäftsmodells von VIVAWEST spielen Klimaschutz und Ressourcenschonung eine wichtige Rolle. Als nachhaltiger Bestandshalter übernimmt das Wohnungsunternehmen in den eigenen Bestandsquartieren ökologische Verantwortung. In diesem Zusammenhang setzt VIVAWEST aktuell in Dortmund ein Pilotprojekt um, um einen Lebensraum für heimische Tier- und Insektenarten zu schaffen und gleichzeitig die Aufenthaltsqualität der Mieter in ihrem Wohnumfeld zu steigern.

Die Außenanlagen in den VIVAWEST-Quartieren sind häufig geprägt von kurz gehaltenem Rasen und wegbegleitenden Beeten. Einzelne Bäume unterstützen das parkähnliche Bild der Flächen. Die Aufenthaltsqualität für Menschen ist bereits gegeben, im Hinblick auf Artenvielfalt der mitbewohnenden Insekten gibt es allerdings vielerorts noch Verbesserungspotenzial.

Pilotprojekt zur ökologischen Wohnumfeldgestaltung

In der Dortmunder Böhmerwaldsiedlung, einem Quartier mit 248 Wohnungen und für den Wohnungsbestand von VIVAWEST typischen Innenhöfen und großen Freiflächen, hat VIVAWEST ein Pilotprojekt zur Gestaltung eines naturnahen und artenreichen Wohnumfelds umgesetzt. Über das konzerneigene Tochterunternehmen HVG Grünflächenmanagement GmbH wurde eine für die Mieter kostenneutrale Umgestaltung der Außenanlagen vorgenommen:

Mit dem Ziel, hier eine Streuobstwiese anzulegen, wurden in den Innenhöfen zwischen den Häusern an der Krainer Straße Obstbäume – darunter eine historische Apfelsorte aus dem Alten Land sowie eine historische Knorpelkirsche – gepflanzt. Im Bereich der Obstbäume wurde der traditionelle Landschaftsrasen durch eine Wildblumenwiese ersetzt. Dazu wurden hier kleinere Bodenarbeiten durchgeführt und zwischen den Bäumen Wildgras- und Wildblumenflächen angelegt. Sie bieten Wildbienenarten, Hummeln, Schmetterlingen und vielen anderen Insekten- und Tierarten einen natürlichen Lebensraum.

Die neu angelegte Streuobstwiese ist nicht nur ein natürlicher Lebensrum zahlreicher Tier- und Insektenarten. Gleichzeitig erhöhen die Obstbäume vor der Haustür die Attraktivität des Wohnumfeldes: im Frühjahr durch die Blütenpracht, im Sommer durch reife Früchte zum Nulltarif für die VIVAWEST-Mieter.

Wild blühende Wiesen sind in der freien Natur selten geworden. An den Häusern An der Westfalenburg hat VIVAWEST wegbegleitend Wildblumenwiesen geschaffen, die neben den schönen Blühaspekten die Artenvielfalt fördern.

Im Herbst 2021 wird angrenzend an das Waldstück an der Krainer Straße noch eine Schattensaat angelegt. Mit diesem Krautsaum am Waldrandbereich schafft VIVAWEST ein wertvolles „Übergangsbiotop“, das durch eine große Artenvielfalt gekennzeichnet sein wird und einen wichtigen Lebensraum für viele Tier- und Pflanzenarten schafft. Es ist davon auszugehen, dass besonders Vögel, Wildbienen, Schlupfwespen, verschiedene Heuschreckenarten und Schwebfliegen diesen Bereich bevorzugen werden.

Über Infotafeln im Quartier können Mieter und Besucher vor Ort mehr Details der Maßnahme erfahren.

Streuobstwiesen

Was ist eine Streuobstwiese?

Streuobstwiesen sind vom Menschen geschaffene Kulturlandschaften, eine Form des Obstanbaus, die auf Mehrfachnutzung angelegt ist. Die hochstämmigen Bäume, die "verstreut" in der Landschaft stehen, tragen unterschiedliche Obstsorten wie Äpfel, Birnen, Kirschen, Pflaumen oder Walnüsse. Die Wiese wird als Weideland genutzt.

Welchen ökologischen Nutzen haben Streuobstwiesen?

Streuobstwiesen gehören mit über 5.000 Tier- und Pflanzenarten zu den artenreichsten Biotopen. Sie bieten zahlreichen Tieren, etwa Vögeln und seltenen Pflanzen- und Insektenarten einen Lebensraum. Häufig bestehen wertvolle ökologische Wechselbeziehungen zwischen Obst- und Grünlandbestand. So können zahlreiche Arten nebeneinander existieren. Die Nährstoffknappheit und der nur zweimal im Jahr stattfindende Mähvorgang bewirken, dass keine Pflanzenart Überhand nehmen kann.

So reiht sich ein Kleinbiotop an das andere. In der "oberen Etage" bieten die verstreut stehenden Obstbäume verschiedenen Tierarten einen Lebensraum. Typische Vogelarten, die sich hier ansiedeln, sind der Steinkauz, der Wendehals sowie der Grün- und der Buntspecht. Im alten, knorrigen Obstbaumgehölz finden auch Fledermäuse und Siebenschläfer Unterschlupf. Unter den Rindenritzen im Baumstamm können sich zudem Hornissen einnisten.

Streuobstwiesen prägen und bereichern das Bild der Außenanlagen im Quartier, ganz besonders während der Baumblüte im Frühjahr. Sie dienen darüber hinaus auch dem Wind- und Erosionsschutz.

Streuobstwiesen – bedrohte Biotope

Trotz all ihrer herausragenden Vorteile für die Natur und den Menschen sind die Streuobstwiesenbestände heute stark bedroht. Der Streuobstbau wurde als "betriebswirtschaftlich unrentabel" eingestuft und die Rodung von Streuobstwiesen sogar gefördert. Erst in der jüngeren Vergangenheit setzte langsam ein Umdenken ein. Das Landschaftsbild hatte sich inzwischen durch die Rodungen massiv verändert. Und Naturschützer beobachteten, dass viele heimische Vogelarten zurückgingen. Mit Pilotprojekten wie dem in der Böhmerwaldsiedlung möchte VIVAWEST prüfen, ob eine ökologische Wohnumfeldgestaltung u.a. mit Streuobstwiesen zukünftig in größerem Stil auch an anderer Stelle im eigenen Bestand angewendet werden kann.

Die Pflege von Streuobstwiesen

Ob Streuobstwiesen in Zukunft wieder vermehrt anzutreffen sind, hängt maßgeblich davon ab, ob genug Menschen dazu bereit sind, Zeit und Energie in die Pflege zu investieren. Dazu gehört der fachgerechte Obstbaumschnitt. Der ist notwendig, sonst vergreisen die Bäume früh. Zweimal im Jahr muss gemäht und das Obst im Herbst geerntet werden.

Im Falle von Kernobstbäumen, also Apfel, Birne und Quitte, wird der Baumschnitt Der Obstbaumschnitt im Winter durchgeführt. Ausnahmen sind Pfirsichbäume, die man erst im April oder Mai schneidet, weil bei diesen Bäumen auf die Blütenknospen geachtet werden muss. Auch Süßkirschen werden nicht im Winter geschnitten, weil die Schnitte bei diesen Bäumen im Winter nicht so gut verheilen und dadurch Krankheitserreger eindringen könnten. Kirschen werden daher besser im Sommer gleich nach der Ernte zurückgeschnitten, ebenso Zwetschgen.

Obstbaumschnitt für bessere Ernte

Beim Rückschnitt muss Totholz entfernt werden. Auch Äste, die quer wachsen und daher an anderen scheuern können, oder steil nach oben wachsende Äste sollten beseitigt werden. Ebenso werden Äste entfernt, die schon mehrere Jahre lang Früchte getragen haben. Denn Obst an jungen Hölzern hat eine bessere Qualität. Alte Äste sollten daher entfernt werden, um das Wachstum neuer anzuregen.

Obstbaumschnitt beugt auch Pilzerkrankungen vor

Hobbygärtner sollten auch die Baumspitzen immer mal wieder auslichten. Dann kann genügend Sonnenlicht an den unteren Bereich des Baumes kommen und die Früchte reifen lassen. Außerdem muss regelmäßig ausgelichtet werden, damit mehr Luft in der Krone zirkulieren kann. Das beugt Pilzerkrankungen vor.

Zusätzlich sollten Sie an Schnittmaßnahmen an der Grenze zum Nachbargrundstück denken. Gegebenenfalls muss auch der Baum dort gestutzt werden, wo er zu hoch geworden ist oder unerwünschten Schatten wirft. Achten Sie beim Obstbaumschnitt darauf, dass zwischen den Ästen später noch genügend Platz für die Früchte – Äpfel, Birnen und Co. – sind und Sie die Leiter für die Ernte gut positionieren können.

Fehler vermeiden

Die wichtigsten Hilfsmittel für den Obstbaumschnitt sind eine kleine und eine große Astschere sowie eine Handbaumsäge. Dank Teleskopverlängerungen sind Leitern häufig verzichtbar und der Schnitt dadurch deutlich sicherer. Beim Schneiden kann man viele Fehler machen. Beispielsweise werden häufig die Seitenverzweigungen des Baumes gekappt mit dem Ziel, den Wuchs im Rahmen zu halten. Allerdings bilden sich an diesen Trieben die Blüten.

Grundsätzlich gilt: nicht schnippeln, sondern schneiden. Also lieber eine ganze Astpartie herausnehmen, als mehrere Zweige zu stutzen. Je mehr Schnittstellen entstehen, desto mehr Wunden hat der Baum. Die Äste müssen so geschnitten werden, dass keine Aststümpfe stehen bleiben.

Größere Schnittstellen mit einem Umfang von einem alten Fünf-Mark-Stück (etwa drei Zentimeter) oder größer brauchen dabei nicht mehr mit einem Wundverschlussmittel geschützt zu werden. Durch das schützende Mittel sollte früher verhindert werden, dass Krankheitserreger in das Holz eindringen. Inzwischen sind die Fachleute jedoch der Meinung, dass die Selbstheilungskräfte der Bäume ausreichen und die Wunde nicht künstlich verschlossen werden muss. Der Wundverschluss kann dazu führen, dass das Holz nicht ausreichend trocknet. Durch die Feuchtigkeit kann die Wundheilung wiederum verlangsamt werden.

Wildblumenflächen

Was ist eine Wildblumenfläche?

Als Wildblumenwiese werden artenreiche Wiesen bezeichnet, die viele blühende krautige Pflanzen (Blumen) aufweisen. Viele Blütenbesucher wie Wildbienen und Schmetterlinge profitieren von dieser Art von Bepflanzung, insbesondere im Hochsommer, wenn in der freien Landschaft eine blütenarme Zeit ist.

Was muss man beachten, wenn man eine Wildblumenwiese anlegen möchte?

Wildblumenwiesen verbinden wir in erster Linie mit den Bergregionen Bayerns, Österreichs und der Schweiz, in denen man bunte Almwiesen bewundern kann. Die Wiesenmischungen, die man dort vorfindet, sind für unsere klimatischen Verhältnisse und Bodenbedingungen jedoch nicht geeignet. Auch würde unsere heimische Fauna sehr wenig „Nahrung“ auf solchen Wiesen finden. Für diese Nahrungsspezialisten ist daher nur die Wiesenaussaat heimischer Arten sinnvoll.

Die Ansaat einer dauerhaften und artenreichen, „echten“ Wiese mit höherem ökologischem Wert bietet allerdings im ersten Jahr, verglichen mit den oben angeführten Sommerblumenmischungen, weniger spektakuläre Bilder. Hier ist etwas Geduld gefragt.

Dafür muss eine „echte“ Wiese nicht jährlich neu eingesät werden. Ab dem zweiten Jahr reichen zwei Schnitte im Juni und September, um die Wiese zu erhalten und sogar immer schöner werden zu lassen

  1. Die Bodenvorbereitung
    Die wichtigste Voraussetzung für das gute Gelingen und die spätere Blütenpracht ist die Bodenvorbereitung. Eine Direktsaat in einen bestehenden Rasen hinein ist nicht möglich! Vielmehr muss ein Saatbeet aus feinkrümeliger Erde vorhanden sein. Gute Voraussetzungen für eine Entwicklung vieler Arten ist eine Abmagerung des Bodens hinsichtlich der Nährstoffe. Oft wird dieser Prozess unterstützt, indem dem humosen Oberboden Sand beigemischt wird.

  2. Die Aussaat
    Der ideale Zeitpunkt für die Aussaat ist im Frühjahr ab Mitte April, wenn noch genügend Niederschläge für die Keimung und kein Frost mehr zu erwarten sind. Mehrjährige Ansaaten können auch im August / September ausgesät werden.

    In der Regel werden nur 1-2 Gramm Saatgut pro Quadratmeter ausgebracht. Um das feine Saatgut besser und gleichmäßiger verteilen zu können, ist es hilfreich, es zuvor mit einem Trägerstoff (10-20 Gramm/Quadratmeter), wie z.B. Sand oder Vermiculite (Schichtsilikat, das zu den Tonmineralien zählt) zu mischen.

    Das Saatgut kann in zwei Arbeitsgängen, einmal kreuz und einmal quer, ausgebracht werden.

    Da es sich bei den Pflanzen um Lichtkeimer handelt, sollte das Saatgut nicht mit Erde bedeckt, sondern nur mit einer Walze oder Brettern angedrückt werden. Dies sorgt bei den Samen für einen guten Bodenschluss und eine gute Keimung.

  3. Die Bewässerung
    In Trockenphasen muss die Aussaat in den ersten Wochen unbedingt zusätzlich bewässert werden, damit die zarten Keimlinge nicht vertrocknen.

Krautsäume an Waldrändern und Gehölzen

Was sind Krautsäume?

Krautsäume sind Saumstrukturen an Gehölz- bzw. Waldrändern, bestehend aus Krautschicht und Gräsern. Sie stellen in der Kulturlandschaft ein wichtiges „Übergangsbiotop“ zwischen Wald/Gehölz und Feldflur dar. Sie entstehen durch den Übergang zu Gehölz- bzw. Waldgebieten und beanspruchen damit häufig Flächen, die durch Beschattung oder Nährstoffkonkurrenz einzigartige Biotope bilden.

Welchen ökologischen Nutzen haben Krautsäume?

Krautsäume an Waldrändern und Gehölzen erhöhen die ökologische Vielfalt des Lebensraumes. Sie schaffen Rückzugsräume für verdrängte Tier- und Pflanzenarten, indem sie Deckungsmöglichkeiten und ein reichhaltiges Nahrungsangebot liefern. Zudem dienen sie als Leitlinien für wandernde Tiere und als Verbindungselement zu anderen Biotopen.

Krautsäume werden gerne von Nützlingen, wie Wildbienen, Schlupfwespen oder Schwebfliegen besiedelt. Zahlreiche weitere Insektenarten (z.B. viele Heuschreckenarten) profitieren ebenfalls von diesen Säumen und nutzen sie als Vernetzungsstrukturen

Was muss man beachten, wenn man einen Krautsaum anlegen möchte?

Der zur Erhaltung der Krautsäume nötige Pflegeaufwand ist vergleichsweise gering. Die Pflanzen der Krautschicht siedeln sich in der Regel von selbst an.

Eine Einsaat ist nur auf kleineren Streifen zu empfehlen, besonders dann, wenn sich schnell ein geschlossener Bestand entwickeln soll.

Die Breite der Saumstreifen sollte für ausreichenden Platz sorgen und mindestens 3 Meter betragen.

Das regelmäßige Mähen oder Mulchen ist nötig, um einer Verbuschung vorzubeugen, kann allerdings gegebenenfalls in mehrjährigem Turnus erfolgen.

In krautreichen und nicht zu dichtwüchsigen Säumen ist die Artenvielfalt am höchsten. Bei angrenzenden Acker- oder Grünlandflächen sollten Sie dabei nicht bis an den Rand mähen.

Die Pflegemaßnahmen beschränken sich ansonsten auf ein gelegentliches Auslichten und Zurückschneiden der an die Saumstrukturen angrenzenden Sträucher und Bäume.

Habitatbäume – ein Beitrag zum Artenschutz und Artenerhalt in der Stadt

Der unternehmenseigene Dienstleister HVG Grünflächenmanagement übernimmt das Grünflächenmanagement und die Baumpflege in den VIVAWEST-Bestandsquartieren. Dabei kommt sogenannten Habitatbäumen – also Bäumen, die Tieren eine wichtige Lebensstätte bieten – eine besondere Pflege zu.

Im Rahmen der Verkehrssicherungspflicht nimmt die HVG Grünflächenmanagement GmbH für VIVAWEST in regelmäßigen Abständen Baumkontrollen zur Überprüfung des verkehrssicheren Zustands der Bäume vor.

Regelmäßige Baumkontrollen

Die Baumkontrollen werden durch speziell geschultes und ausgebildetes Personal nach den Vorgaben der FLL-Baumkontrollrichtlinie (FLL = Forschungsgesellschaft Landschaftsentwicklung Landschaftsbau e.V.) durchgeführt. Werden Schäden an den Bäumen festgestellt, entscheidet der Baumkontrolleur, ob eine Maßnahme notwendig ist. Das kann bedeuten, dass eine Kronenpflege durchgeführt werden muss, bei der z. B. Totholz oder Astbrüche entfernt werden oder der Baum gefällt werden muss. Diese Arbeiten übernimmt die speziell geschulte und ausgebildete Baumpflegeabteilung von HVG Grünflächenmanagement mit dem Ziel, die Verkehrssicherheit wiederherzustellen und den Baum möglichst lange zu erhalten.

Habitatbäume als Nist-, Brut und Zufluchtstätte vieler Tierarten

Ein besonderes Augenmerk liegt dabei auf der Erhaltung und Pflege von Habitatbäumen. Der Schutz dieser Bäume leistet einen wertvollen Beitrag zum Artenschutz und Artenerhalt. Gerade im städtischen Bereich sind diese Bäume besonders wertvoll.

Es kann unterschiedliche Arten von Habitaten in Bäumen geben. Am häufigsten anzutreffen sind Horste und Höhlungen.

Horste

Als Horste bezeichnet man große „Nester“ von Greifvögeln, Eulen, Kranichen, Rabenvögeln, Reihern und Störchen, z.B. Schwarzstorch usw.. Im Gegensatz zu normalen Vogelnestern, die in aller Regel nur einmal genutzt werden, werden diese Horste mehrjährig genutzt und oft über viele Jahre ausgebessert, repariert und ausgebaut.

Höhlungen

Hohlbäume können auf unterschiedliche Art und Weise entstehen. Hier kann es durch einen abgebrochenen Ast zur Fäule und anschließend zur Höhlung kommen. Diese alten Astungswunden werden gerne von kleineren Vogelarten bewohnt. Größere Löcher und Höhlungen erzeugt oft der Specht als sogenannte Spechthöhle. Diese Spechthöhlen werden im Nachgang je nach Ausdehnung gerne von Eichhörnchen, Wildbienen oder Fledermäusen weiterhin genutzt.

Erhaltung und Pflege von Habitatbäumen

Durch die Kennzeichnung dieser Bäume können Baumkontrolleure in Zusammenarbeit mit den Fachleuten der Baumpflege spezielle Maßnahmen erarbeiten, um einerseits die Verkehrssicherheit zu gewährleisten und andererseits auch dem Artenschutz gerecht zu werden.

Hier kann es z. B. dazu kommen, dass ein Baum stark eingekürzt wird, so dass kein morscher Ast herunterfällt, aber gleichzeitig ein Horst erhalten werden kann. Eine andere Möglichkeit ist, dass ein Stamm mit Spechthöhlen stehen bleibt und die gesamte Krone entfernt wird, wenn diese nicht mehr verkehrssicher ist.

Trotz aller Anstrengung kann es dennoch im Laufe der Zeit passieren, dass die Verkehrssicherheit nicht mehr gegeben ist und der Baum komplett gefällt werden muss. Das Ziel ist es jedoch, den Habitatbaum so lange wie möglich zu erhalten und zugleich für Verkehrssicherheit zu sorgen.

Durch die besondere Berücksichtigung von Habitatbäumen leistet VIVAWEST einen wertvollen Beitrag zum Artenschutz.